Zusammenstellung geklaut bei unseren Freund*innen der Autonomen Antifa Freiburg. Wir denken, dass es sehr sinnvoll ist die kleine Umstellung auf Signal zum (Eigen-)Schutz unserer Daten vorzunehmen. Warum wird im folgenden anschaulich erklärt.

Im ersten großen Antifa-Prozess nach Trumps Feinderklärung im September 2025 wurden am 13. März 2026 alle Angeklagten von einer Jury in Texas schuldig gesprochen. Wie in den USA üblich, wird das Strafmaß zu einem späteren Zeitpunkt von einem Richter oder einer Richterin festgesetzt. NBC 5 berichtete aus Fort Worth:

“Eine Jury sprach am Freitag alle neun Angeklagten schuldig, die an dem Angriff auf das Gefängnis Prairieland im Juli 2025 beteiligt waren. Acht Angeklagte wurden wegen Landfriedensbruchs, Unterstützung terroristischer Aktivitäten, Verschwörung zum Einsatz und Transport von Sprengstoff sowie des Einsatzes und Transports von Sprengstoff verurteilt. Benjamin Hanil Song wurde als einziger Angeklagter wegen versuchten Mordes an Beamten und Angestellten der US-Streitkräfte schuldig gesprochen. Song wurde außerdem in drei Fällen wegen unerlaubten Schusswaffengebrauchs während einer Gewalttat verurteilt.“

Der Prozess hat wie die „Stop Cop City“-Ermittlungen Einblick in Repressionsmethoden gewährt. Während durch die Ermittlungen in Atlanta bekannt wurde, dass der Schweizer Mailanbieter Proton User ans FBI verraten hat, offenbarte der Prozess in Texas Einblicke in Probleme mit der Nutzung der Signal Chat-App. Bereits seit 2023 ist bekannt, dass „ausländische Regierungen“ bei Apple und Google Push-Benachrichtigungen verlangt haben. Im Juni 2025 wurde bekannt, dass Apple tausende dieser Nachrichten weitergegeben hat (Archiv | Disclaimer).


Durch Prozessnotizen wurde nun bekannt, dass diese Daten auch vor Gericht genutzt werden:

„Signal-Chat-Beweise von Sharps Gerät (Anlage 158): Die Nachrichten wurden von Sharps Telefon über Apples internen Benachrichtigungsspeicher wiederhergestellt – Signal war zwar entfernt worden, eingehende Benachrichtigungen blieben jedoch im internen Speicher erhalten. Es wurden ausschließlich eingehende Nachrichten erfasst (keine ausgehenden).“

Den direkten, physichen Zugriff auf das iPhone hätte die Aktivierung des „Blockierungsmodus“ („Lockdown Mode“) verhindert. 404 Media (Archiv | Disclaimer) hat weitere Details zu den Methoden der Repression recherchiert:

„404 Media sprach mit einer der Unterstützerinnen, die während des Prozesses Notizen machte, und mit Harmony Schuerman, der Anwältin der Angeklagten Elizabeth Soto. Schuerman teilte ihre Notizen zu Beweisstück 158. ,Sie konnten diese Chats abfangen, weil sie die Benachrichtigungen auf ihrem Handy so eingestellt hatte – jedes Mal, wenn eine Benachrichtigung auf dem Sperrbildschirm erscheint, speichert Apple sie im internen Speicher des Geräts‘, heißt es in den Notizen. Die Unterstützerin fügte hinzu: ,Ich war am letzten Verhandlungstag der Staatsanwaltschaft im Gerichtssaal, als FBI-Sonderagent Clark einige Signal-Nachrichten untersuchte. Ein Teil stammte vom Handy von Lynette Sharp (einer der Kronzeuginnen), aber die interessanten, detaillierten Nachrichten, die im Gerichtssaal gezeigt wurden, waren solche, die sich selbst löschen sollten und tatsächlich in der Signal-App verschwunden waren.‘“

Umgehen lässt sich diese Lücke, die eigentlich keine Signal-Lücke ist und auch nicht nur Signal betrifft, indem in den Signal-Einstellungen bei Benachrichtigungen ein leerer Benachrichtigungsinhalt ausgewählt wird („Kein Name und Inhalt“). Diese Einstellung muss auf jedem Endgerät geändert werden, auch bei allen verknüpften Signal Desktop Apps. Ein einziges Gerät reicht aus, um Push-Benachrichtigungen über Apples bzw. Googles Benachrichtigungsnetzwerk zu schicken, welche weder Verschlüsselung noch ablaufende Nachrichten kennen.

Das FBI hat außerdem auf ein offenbar unverschlüsseltes Apple iCloud-Backup zugreifen können: „Killian machte Aussagen zu Daten, die er von Apple im Zusammenhang mit Zachary Evetts’ iCloud-Backup (verknüpft mit seinem Yahoo-E-Mail-Konto) erhalten hatte. Die Beweisstücke 174 (Fotos) und 176 (Nachrichten und Kalendereinträge) wurden zugelassen (Seite 25 von Beweisstück 176 wurde nach Einspruch zurückgezogen).“ In diesem Fall schützt die Aktivierung des „Erweiterten Datenschutzes“ („Advanced Data Protection“) die meisten eigenen iCloud-Daten durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Da die Trump-Administration ihren „War on Antifa“ auch in Europa forciert (siehe New York Times (Archiv | Disclaimer)), braucht es auch hier mehr digitale Selbstverteidigung.